Ein Rückblick auf die COP30 in Belém
Nach einem Tag Verlängerung ging am 22. November 2025 die COP30 Klimakonferenz in Brasilien zu Ende.
Vielversprechender Beginn
Simon Stiell, Leiter des UN‑Klimasekretariats, unterstrich zu Beginn der Konferenz, was für gelingenden Klimaschutz notwendig sei: In Richtung der Industrieländer sagte er, dass isolierte europäische, nationale, regionale oder gar kommunale Maßnahmen dem Klimaschutz nicht dienen, sondern dass alleine “viele Ströme der internationalen Zusammenarbeit” Aussicht auf Erfolg bringen.
Damit wiederholte er eine Aussage, die wenige Wochen zuvor schon die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute in ihrem Herbstgutachten getroffen hatten: Nationale Alleingänge helfen dem Klima nicht – und bringen darüber hinaus Wettbewerbsnachteile für die heimische Wirtschaft mit sich.
Man hätte sich wünschen können, dass derartige Stimmen in Belém zu einer Neuausrichtung des Klimaschutzes in Richtung Kooperation und wirkungsvoller internationaler Beiträge zur Erreichung eines “Global Net Zero” führen würden. Es sollte anders kommen.
Enttäuschende Abschlusserklärung
“Global Mutirão (Globale Anstrengung): Uniting humanity in a global mobilization against climate change” lautet der vielversprechende Titel der Abschlusserklärung. Ihre Inhalte sind jedoch enttäuschend, denn es wurde vielerorts mehr erwartet von einer Konferenz, die in einem der BRICS‑Staaten ausgerichtet wurde, und deren Austragungsort die Bedeutung des Regenwalds für das Klima nicht direkter hätte vermitteln können.
Es dominieren Formulierungen wie „we recognise“, „we reaffirm“, „we call on“, „we invite”, „we encourage“ … Zielorientierung klingt anders. In einem internationalen Kontext, in dem nichts anderes als kleinster gemeinsamer Nenner und rechtlich nicht bindende Vereinbarungen zu erwarten sind, ist dies nicht überraschend. Dass aber so wenige inhaltliche Fortschritte zu verzeichnen sind, stimmt nachdenklich.
So bleiben konkrete Maßnahmen zur Reduktion des CO₂‑Gehalts der Atmosphäre gänzlich unerwähnt. Nicht einmal der Regenwald, der das zentrale Thema der Konferenz werden sollte und der durch den TFFF (Tropical Forest Forever Facility) zumindest während der Konferenz viel Aufmerksamkeit erhielt, findet Erwähnung.
Die Kopplung des Fonds an volatile Finanzmärkte lässt für die Zukunft viele Fragen offen. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass im Schatten des TFFF zudem ein Call to Action for the Congo Basin Forests verabschiedet wurde, der auf das langjährige Engagement von Christian Ruck zurückgeht.
Im Bereich der Klimaanpassung verständigte man sich auf das Ziel einer Verdreifachung der finanziellen Mittel bis 2035 – eine traurige Notwendigkeit, die das Aufbringen von Geldern für den Klimaschutz nochmals erschwert.
Nach den klaren Aussagen von Simon Stiell zur Notwendigkeit internationaler Kooperation zu Beginn der Konferenz findet in der Abschlusserklärung mit dem Global Implementation Accelerator lediglich eine weitere freiwillige Initiative Erwähnung, auch der Wert des freiwilligen Engagements wird mehrfach betont.
Wiederholt wurde aus der Abschlusserklärung der COP29 in Baku, dass bis 2035 jährlich 1,3 Billionen US‑Dollar internationale Klimafinanzierung erforderlich sind, die zur Erreichung der konditionierten Klimaziele der Entwicklungsländer notwendig sind. In diesem Sinne brachte die Konferenz des vorigen Jahres klarere und wichtigere Erkenntnisse.
Dass ein Ausstieg aus den fossilen Energien nicht zustimmungsfähig war, ist wenig überraschend, denn er würde die Welt in die Energiearmut führen, weil unverändert 80 Prozent der heute verwendeten Energie fossilen Ursprungs sind. Es ist keine Technologie in Sicht, die auch nur ansatzweise im erforderlichen Umfang als Substitut dienen könnte.
Schlussfolgerungen
Nach der COP30 ist weiterhin nicht damit zu rechnen, dass die weltweiten CO₂‑Emissionen in absehbarer Zeit sinken werden; im Gegenteil. Aus diesem traurigen Grund wird das Thema Anpassung immer wichtiger. Was bleibt, ist das Suchen und Bilden von „Koalitionen von Willigen“, die versuchen, möglichst viele andere ins Boot zu holen. Natürlich wird dies der Aufgabe nicht gerecht.
Es ist außerdem zu hoffen, dass die Zahlen von Baku zukünftig dazu genutzt werden, endlich die Industrieländer in die Pflicht zu nehmen, in großem Umfang in die internationale Kooperation einzusteigen und zu Hause für einen effizienten Einsatz der Mittel zu sorgen. Globale Energy Solutions hat mehrere Vorschläge vorgelegt, wie der heimische Klimaschutz und insbesondere die Energiewende effizienter gestaltet werden können. Dazu kommen unsere Empfehlungen, wie die internationale Kooperation gestaltet werden sollte – in einer Weise, dass Wohlstand und Klimaschutz weltweit Hand in Hand gehen.
Quellenhinweise aus dem Originaltext:

