Positionspapier

Editorial: GES und FAW/n zur Nuklearenergie

Global Energy Solutions e.V. und FAWn

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Inhaltsangabe

FAW/n und GES beschreiben in ihrem Buch „ALL IN! Energie und Wohlstand für eine wachsende Welt“ mögliche zukünftige Energiepfade in eine klimaneutrale Welt in Wohlstand für 10 Milliarden Menschen in Frieden mit der Natur in 2050 – 2070. Eine wesentliche Anforderung an die Energiesysteme ist, dass sie zum Klimaschutz beitragen. Über die Komponenten des jeweiligen Energiesystems wird pro Land/Region individuell entschieden. Die wichtigsten Bausteine im Strombereich sind einerseits erneuerbare Energien (konventionell sowie Wind und Sonne), andererseits zuverlässig steuerbare Energien (fossile Energieträger mit Carbon Capture und/oder Nuklearenergie). Diese Komponenten beschreiben die heute auf der Welt verfügbaren Optionen. Dabei decken fossile Energieträger derzeit noch rund 80 Prozent des weltweiten Primärenergiebedarfs.

Uns ist besonders wichtig, dass jedes Land seinen eigenen Weg findet. Denn ohne wachsenden Energieeinsatz werden Milliarden Menschen unvermeidbar ein Leben in Armut führen müssen, was eine humane Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes wäre. Aus einem etablierten Energiesystem heraus ist ein Umstieg oft nicht umsetzbar oder finanzierbar bzw. nur zu exorbitanten Kosten und mit großen Kollateralschäden. Insofern kann man von einem eingeschlagenen Weg nicht einfach abweichen. Wachsender Energieeinsatz für eine wachsende Menschheit ist ein „Muss“.

Dabei werden einzelne Elemente des Lösungsraums teils vehement abgelehnt. Das betrifft meist die praktisch CO₂-emissionsfreie Nuklearenergie. Kritiker verweisen immer wieder auf Risiken durch Atommüll und auf schwere Unfälle wie in Tschernobyl und Fukushima hin. Statistisch gesehen gehört die Nuklearenergie jedoch zu den sichersten Formen der Stromerzeugung. Als Autoren von „ALL IN!“ ist uns zunächst einmal wichtig, dass wir beobachten, was passiert, also nicht selbst entscheiden. Wir beschreiben Optionen und analysieren diese in technischer, ökonomischer und regulatorischer Hinsicht.

Im Nuklearbereich sehen wir erheblichen Entwicklungsbedarf und erkennen, dass viele führende Volkswirtschaften Anstrengungen unternehmen, durch Innovationen das erhebliche Energieerzeugungspotential dieser Technologien in Zukunft umweltverträglich zu nutzen. Wie so oft in der Geschichte, eröffnet der technische Fortschritt positive Potentiale. Die Innovationen laufen in Richtung kleinerer, inhärent sicherer, auch deutlich kostengünstigerer Anlagen (SMR-Systeme). Hinzu kommt die Nutzung des Energieerzeugungspotentials der mit bisherigen Technologien nicht weiter nutzbaren Brennstäbe unter gleichzeitiger signifikanter Reduzierung der Abklingzeit um mehrere Zehnerpotenzen. Als Beispiel seien Anlagen gemäß dem Ansatz von Copenhagen Atomics genannt (Hahn, Wilfried: Kernenergie jetzt?!: Warum uns die Energiewende Wohlstand und Frieden kostet, Verlag Orgshop GmbH, Oktober 2023). Solche Thorium-Anlagen sind klein, können nicht explodieren, haben keine Kriegsdimension und erlauben keine Waffenproduktion. Noch besser: Sie erlauben die Nutzung der alten, bisherigen Nuklearabfälle und können dabei deren Gefahrenpotential dramatisch reduzieren. Die heutige Abfallproblematik würde sich dabei weitgehend von selbst auflösen. Auf solche Innovationen sollten wir setzen, solche Innovationen sollten wir fördern. Kernenergie würde damit ihren Charakter völlig verändern. Und wir plädieren ausdrücklich dafür, dass sich Deutschland in diesen Entwicklungsprozess aktiv einbringt.

Zusammengefasst

Mit der heutigen Nuklearenergie sind wir nicht glücklich, zum Beispiel wegen der Risiken der Abfallentsorgung. Zugleich bietet sie erhebliches Entwicklungspotential. Führende Industriestaaten arbeiten aufgrund der Bedeutung von Energie für den Wohlstand der Menschheit konsequent daran, ihre Möglichkeiten zu nutzen. Wir sind davon überzeugt, dass sich mit diesen Innovationen das Bild völlig verändern kann, wenn bisherige Schwachpunkte konsequent beseitigt werden.

Im Hinblick auf das unumstößliche Ziel der Klimaneutralität leistet die existierende Kernenergie bereits heute einen substanziellen Beitrag.

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