Impulspapier

 Energiewende: Auf diese 8 Punkte kommt es an!

Global Energy Solutions e.V.

PDF
Inhaltsangabe

EINLEITUNG

Energie in Deutschland ist zu teuer, darunter leiden Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger und der Bundeshaushalt – auch besonders die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Laufen die Dinge einfach weiter, prognostizieren Experten, dass der Strompreis für Industrie und Haushalte bis 2030 um 70 bis 100 Prozent zulegt. Trotz riesiger

Investitionen in Erneuerbare betrug der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der deutschen Stromerzeugung 2023 ca..380 gCO /kW2. Frankreich kommt wegen des hohen Anteils CO₂-armer Kernenergie auf lediglich 42,5 gCO 2kWh.

Auf die folgenden 8 Punkte kommt es jetzt für eine wirkungsvolle und bezahlbare Energiewende an:

  1. Wettbewerbsfähige Strompreise – und eine verlässliche Stromversorgung
    Ein Stromsystem, das fast ausschließlich auf Wind- und Solarenergie basiert, kann keinewettbewerbsfähige Versorgungssicherheit gewährleisten. Neue Erneuerbare verursa-
    chen hohe Systemkosten – für Netzausbau, Speicherinfrastruktur und Backupkraft-
    werke. Der geplante Vollausbau dieser volatilen Quellen kostet immense Summen.
    Stattdessen braucht Deutschland einen ausgewogenen Energiemix, in dem erneuerbareEnergien etwa zur Hälfte mit steuerbaren, grundlastfähigen Energiequellen wie Biogas,
    Erdgas mit CO 2Abscheidung und perspektivisch auch Kernenergie kombiniert werden.
  2. Neue Wind- und Solaranlagen müssen sich am Markt behaupten.
    2024 belasteten die Einspeisevergütungen des EEG den Staatshaushalt mit über 20Milliarden Euro. Nach mehr als zwei Jahrzehnten staatlicher Förderung ist es an der Zeit,
    dass sich Wind- und Solartechnologien ohne Subventionen im Wettbewerb behaupten.
    Wir brauchen marktorientierte Investitionsanreize, die Innovationskraft freisetzen und
    Fehlanreize vermeiden.
  3. CO -Abscheidung als klimafreundliche Brückentechnologie
    Carbon Capture Utilization and Storage (CCUS) ist unverzichtbar, um fossile Emissionen
    effektiv zu reduzieren. Auch Gaskraftwerke lassen sich damit klimafreundlich betreiben.
    Voraussetzung ist der Aufbau einer leistungsfähigen CO -In2rastruktur. Dafür mussDeutschland den regulatorischen und finanziellen Rahmen schaffen.
  4. Heimisches Erdgas als Brücke nutzen
    Statt teures und klimaschädlicheres LNG aus den USA oder Australien zu importieren, sollte Deutschland auf heimisches Erdgas setzen – zu etwa den halben Kosten und mitbesserer CO -Bilanz. Erdgas bleibt kurzfristig unverzichtbar, auch für den Hochlauf von Wasserstoff. Die Gasinfrastruktur sollte daher erhalten und für grüne Gase und Wasserstoff weiterentwickelt werden.
  5. Wasserstoff gezielt und effizient einsetzen
    Grüner Wasserstoff ist viel zu teuer. Die Wasserstoffstrategie muss sich auf Anwendungen konzentrieren, für die keine effizienteren Alternativen bestehen – etwa in der Chemieindustrie, im Schwerlastverkehr oder bei synthetischen Kraftstoffen für dieLuftfahrt. Alle C2 -armen Wasserstoff-Farben sollten zugelassen werden.
  6. CO₂-neutrale Kraftstoffe als Pfeiler der Klimapolitik
    Biogene und synthetische Kraftstoffe sind unverzichtbar für Sektoren, die sich nicht elektrifizieren lassen: etwa der Schwerlast- und Flugverkehr und gewisse Industrie-prozesse. Internationale Kompensation und Nutzung des globalen CO₂-Kreislaufs (z. B. durch Wiederaufforstung) müssen als Instrumente akzeptiert werden.
  7. Wiedereinstieg in die Kernenergie als strategische Option prüfen
    In ihren Klimastrategien setzen führende Industrienationen und der Weltklimarat auf
    Kernenergie. Deutschland sollte ein Programm zum Erhalt dieser Option auflegen – um
    Expertise zu entwickeln, neue Reaktorkonzepte und Fusionstechnologie zu erforschenund eine Debatte über den wettbewerbsfähigen Energiemix in Europa zu führen.
  8. Marktwirtschaft statt Regulierungsexzesse
    Die europäische und deutsche Klimapolitik ist viel zu bürokratisch. Stattdessen sollten marktwirtschaftliche Instrumente gestärkt werden – insbesondere ein globaler CO – 2Handel auf Basis vonArtikel 6.4 des PariserAbkommens. Deutschland sollte Vorreiter für internationale Klimapartnerschaften werden, die echte Emissionsvermeidung ermög-
    lichen.

FAZIT

Eine weitere Kostenexplosion der Energiepreise in Deutschland darf nicht sein. Mehrere hundert Milliarden Euro für Netzausbau und Stromspeicher sind verzichtbar. Mit den
vorgeschlagenen Maßnahmen würde Deutschland seine Energieautarkie verbessern und
den CO -Fußabdruck seines Stromsystems perspektivisch auf ein internationales Spitzenniveau von 50 g CO2/KWh senken. Deutschland muss seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen, ohne beim Klimaschutz Abstriche zu machen. Dafür braucht es Mut zur Kurskorrektur – sowie Vertrauen in Wissenschaft, Innovation und unternehmerische Initiative.

Ganze Publikation als PDF herunterladen
Newsletter Form DE