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Impulspapier

Erdgasförderung durch Fracking in Deutschland

Global Energy Solutions e.V.

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Inhaltsangabe

ANLASS

Deutschland hat seine Erdgasversorgung seit 2022 grundlegend verändert. Russische Pipelineimporte wurden durch norwegisches Pipelinegas, LNG und Lieferungen über Nachbarländer ersetzt. Die Abhängigkeit von Russland ist überwunden; gleichzeitig bleibt Deutschland stark von Importen sowie vom europäischen und globalen Gasmarkt abhängig. Da Erdgas noch auf Jahrzehnte benötigt wird, stellt sich die Frage, ob heimische Vorkommen einen zusätzlichen Beitrag zu Versorgungssicherheit, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit leisten können. Eine wesentliche Grundlage ist die Studie von Hans-Joachim Kümpel (2026), „Schiefergasförderung in Deutschland – Umweltscho-nende Nutzung heimischer Potenziale“, im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung.

FÜNF ZENTRALE FESTELLUNGEN

Erhebliche Potenziale. Deutschland verfügt über große Schiefergas- und Kohle-flözgasressourcen. Kümpel sieht ein technisch zugängliches Potenzial von rund
1.000 Mrd. m3. Eine Förderung von bis zu 20 Mrd. m3 jährlich erscheint längerfristig möglich. Das ist etwa ein Viertel des heutigen Verbrauchs und mehr als die LNG-Importe über deutsche Terminals, die überwiegend aus den USA stammen. Ob dieses Niveau technisch und wirtschaftlich erreichbar ist, muss durch konkrete Projekte nachgewiesen werden.

Mehr Versorgungssicherheit. Heimisches Gas kann Importe nicht ersetzen, aber die Bezugsquellen verbreitern. Dadurch würden Abhängigkeiten von LNG, internationalen Transportwegen und geopolitischen Risiken verringert. Es kann zudem die Anfälligkeit gegenüber starken Preisschwankungen reduzieren. Heimisches Gas ist damit eine Resilienzoption, keine Autarkiestrategie.

Wirtschaftlichkeit nachzuweisen. US-LNG kostet einschließlich Förderung, Verflüs-sigung, Transport und Regasifizierung etwa 15-25 €/MWh. Für deutsches Schiefergas werden 10-16 €/MWh als optimistisches Szenario genannt; eine andere Studie kommt auf 25-42 €/MWh. Die Bandbreite beruht auf unterschiedlichen Annahmen, wobei prak-tische Erfahrungen fehlen. Der deutsche Großhandelspreis wird wesentlich durch die europäischen Referenzpreise bestimmt, insbesondere den virtuellen Handelspunkt TTF in den Niederlanden. Dieser bildet sich aus Angebot und Nachfrage in Europa und wird zunehmend vom globalen LNG-Markt beeinflusst. Das Verhältnis von Förderkosten und europäischem Marktpreis entscheidet damit wesentlich über die Wirtschaftlichkeit. Wobei das zusätzliche heimische Angebot preisdämpfend wirken würden.

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